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Ich habe mich früh gefragt, warum ich anders aussehe, da ich nicht die gleiche Hautfarbe habe wie meine Eltern und Geschwister.

Ich habe mich früh gefragt, warum ich anders aussehe, da ich nicht die gleiche Hautfarbe habe wie meine Eltern und Geschwister. Meine Eltern machten nie ein Geheimnis daraus. Von Anfang an haben sie ehrlich und ausführlich mit mir darüber gesprochen, dass ich adoptiert bin.

In der Grundschulzeit fing ich an zu rebellieren. Ich wollte wissen, wer meine „richtigen“ Eltern sind und warum sie mich abgegeben haben. Meine Eltern unterstützten mich zwar immer tatkräftig. Meine Fragen konnten sie aber nicht zu meiner Zufriedenheit beantworten. Warum hat meine Mutter mich zur Adoption freigegeben? Sehe ich meinen biologischen Eltern ähnlich? Wo wohnen und leben sie? Habe ich noch Geschwister? Es hieß immer nur: „Deine leibliche Mutter war zu jung, um dich zu behalten.“ Ich entwickelte zu dieser Zeit eine Wut auf meine (Adoptiv)Mutter. Sie meinte, dass ich in Wirklichkeit nicht sie ablehnte, sondern meine leibliche Mutter, was ich unbewusst auf sie projizierte. Durch lange Gespräche verstand ich, warum ich das tat und konnte besser mit der Situation umgehen.

Mit 16 hatte ich den Wunsch, die Frau, die mich geboren hat, kennenzulernen oder wenigstens ein Foto von ihr zu haben – was meine Mutter äußerlich mit Gelassenheit hinnahm. Ich erzählte meinen Eltern von meinen Sorgen und Ängsten. Sie beruhigten mich und sagten „Wir sind bei dir und lieben dich“. Ich zögerte lange, bis ich den Mut hatte, meine leibliche Mutter anzurufen. Mit 18 Jahren traf ich sie dann. In dem Gespräch mit ihr habe ich all das erfahren, was ich schon immer wissen wollte. Aber das Treffen hat mir auch gezeigt, dass ich zu meiner (Adoptiv)familie gehöre und dort meinen Platz habe.